Leben

Butterplätzchen werden zur Nachbarschaftstradition

Für Familie Stohler ist die Adventszeit vor allem eine Gelegenheit, Gemeinschaft zu leben. In der Weihnachtszeit erfreuen sie ihre Nachbarn jedes Jahr mit selbst gebackenen Plätzchen und haben selbst viel Spaß bei der Aktion. „Day of Giving“ nennen sie ihre lieb gewonnene Tradition.

Als Andrea und James Stohler 2017 aus dem US-Bundesstaat Iowa nach Deutschland kamen, war das eigentlich nur ein Abenteuer auf Zeit. „Zwei, vielleicht drei Jahre wollten wir bleiben“, erinnert sich Andrea. James hatte einen Vertrag bei seinem jetzigen Arbeitgeber in Heidelberg bekommen, und so wagte das Paar damals mit nur drei Koffern im Gepäck den Sprung über den Atlantik. Heute, acht Jahre später, fühlen sie sich in ihrer GGH-Wohnung im Quartier MEILEN.STEIN in der Heidelberger Bahnstadt rundum wohl. Die Familie ist gewachsen, 2019 und 2021 kamen ihre Kinder Amelia (6 Jahre) und William (4 Jahre) zur Welt. „Heidelberg ist für uns zu einem echten Zuhause geworden“, sagt Andrea.


Eine Geste, die verbindet

Die Idee zur Plätzchenaktion entstand im Winter 2020. „Wir wollten etwas tun, das verbindet“, erzählt die 39-Jährige. „Am Anfang war es schwer, Leute kennenzulernen, auch wegen der Sprache, da dachten wir uns: „Backen wir Plätzchen und verschenken sie an die Nachbarn. Das ist einfach und macht Spaß.“ Gesagt, getan. Die Stohlers backten eine ganze Box voller Kekse, verpackten sie in braune Papiertüten und klingelten damit bei den Nachbarn. Mittlerweile sind sie sehr gut im Haus vernetzt, auch dank der Plätzchenaktion. Der einzige Nachteil ist, dass viele ihrer Nachbarn während der Feiertage verreisen. Anstatt sie mit einem Lächeln und einem Geschenk zu begrüßen, müssen sie die Plätzchen vor ihrer Haustür hinterlassen.


Gemeinsam etwas Gutes schaffen

Inzwischen ist aus der spontanen Idee eine jährliche Tradition geworden. Rund 16 Tüten voller Weihnachtsgebäck haben die Stohlers im letzten Jahr verteilt. Die Kinder sind fest eingebunden. „Es ist uns wichtig, Amelia und William zu zeigen, dass Weihnachten nicht nur bedeutet, Geschenke zu bekommen“, sagt Andrea. „Es geht darum, zu geben. Wir möchten die Menschen zum Lächeln bringen. Die Aktion kommt von Herzen.“ Gebacken werden einfache Butterplätzchen, manchmal mit selbstgemachtem, manchmal mit gekauftem Teig. Hauptsache, alle helfen mit. Besonders viel Freude hat die Familie beim Dekorieren der Plätzchen. Auch die Papiertüten werden mittlerweile von Amelia und William ganz allein mit Stickern, Stempeln und bunten Farben liebevoll verziert. „Es muss nicht perfekt sein“, erzählt Andrea und lächelt. „Für uns geht es darum, gemeinsam etwas zu schaffen, Spaß zu haben und Menschen zum Lächeln zu bringen.“

„Es ist manchmal schwer, Leute zu treffen, aber wenn man den ersten Schritt macht, entsteht etwas Wundervolles.”

Andrea Stohler, wohnt im Quartier MEILEN.STEIN

Wie Plätzchen das Eis zum Tauen bringen können

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine Begegnung aus dem vergangenen Jahr: „Wir klingelten an einer Tür, und die Nachbarin fragte ganz überrascht, ob wir neu eingezogen sind“, erinnert sich Andrea. „Ich musste so lachen und sagte, dass wir hier schon seit einigen Jahren leben. Das war so ein schöner Moment, das Eis war sofort gebrochen.“ Solche Begegnungen, findet sie, machen das Leben in der Bahnstadt besonders. „Es ist manchmal schwer, Leute zu treffen, aber wenn man den ersten Schritt macht, entsteht etwas Wundervolles.“

25. November 2025 | Fotos: Christian Buck