10 Jahre "inklusiv leben" im Höllenstein-Quartier

Was als persönliche Initiative begann, hat sich zu einem besonderen Wohnprojekt entwickelt. Seit zehn Jahren steht die Inklusiv-WG im Höllenstein-Quartier für gelebte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung. Wir gratulieren allen Beteiligten zu diesem besonderen Jubiläum.

Bei strahlendem Sonnenschein feierten die Initiatoren Barbara Weigle und ihr Ehemann Hans Süß gemeinsam mit den acht Bewohnern und 12 Mitarbeitern sowie Angehörigen, Nachbarn und Unterstützern am 7. Juni ihr Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen der Wohngemeinschaft. Im Erlenweg 4 herrschte eine gelassene, familiäre Atmosphäre. Für gute Stimmung sorgten außer den Gastgebern das leckere Essen, die anregenden Gespräche sowie die Livemusik des Huub Dutch Duos.

Frau Weigle und ihr Mann Hans Süß engagieren sich seit vielen Jahren für die WG. Die Mitbewohner und Mitarbeiter freuen sich über das Fest.

Ein langer Weg

In ihrer Ansprache blickte Barbara Weigle auf die Anfänge des Projekts zurück. Bereits 2011 hatte sie den Entschluss gefasst, für ihre seh- und gehbehinderte Tochter Caro eine inklusive Wohnform für Erwachsene zu schaffen. „Ich bin fünf Jahre schwanger gegangen mit meiner Idee“, erinnert sich Barbara Weigle. „Es war ein langer Weg, bis aus meinem Konzept für ‚inklusiv leben‘ Wirklichkeit wurde.“

Das neu geschaffene Zuhause

Fünf Jahre später war es so weit. Zwar gab es schon ab 2012 Gespräche mit der GGH über eine Unterbringung der Inklusiv-WG in der Zentstraße 4-6. Jedoch waren allein die baulichen Herausforderungen in dem Bestandsgebäude enorm.

Als die GGH mit der Revitalisierung des Höllenstein-Quartiers begann, bot sich eine neue Möglichkeit, der Inklusiv-WG ein passendes Zuhause zu schaffen. Im Juni 2026 zog die Wohngemeinschaft in eine Übergangslösung im ersten Bauabschnitt. Im November 2000 wechselte sie schließlich ins Erdgeschoss im Erlenweg 4. Die GGH hatte die neue, rund 400 Quadratmeter große Wohnung exakt auf die Bedürfnisse der inklusiven Wohngemeinschaft zugeschnitten. „Wir freuen uns jeden Tag über unser schönes Zuhause“, erzählt Barbara Weigle.

„Von der Idee eines inklusiven Lebens bis zum gemeinsamen Alltag war es ein langer Weg. Er hat sich gelohnt.”

Barbara Weigle, Initiatorin "inklusiv leben"

Barbara Weigle, Initiatorin "inklusiv leben"

Ein Projekt, viele Unterstützer

Die Initiatorin hob dabei besonders die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Peter Bresinski, Geschäftsführer der GGH, und Gerald Kraus, Prokurist der GGH, hervor. Beide hatten sich stark für die Umsetzung des Projekts eingesetzt. Dies gelte ebenso für die Stadt Heidelberg und ihren Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner sowie für die vielen, anderen treuen Begleiter. Sei es der Hausarzt Dr. Trott, der seine Praxis direkt nebenan hat und bei Bedarf persönlich vorbeischaut, Oma Erna, die Hausschuhe für alle strickt und filzt, oder die Bäckerei Mahlzahn, die der Wohngemeinschaft jede Woche ein Brot spendet. „inklusiv leben“ benötigt viele helfende Hände, ein starkes Netzwerk und Menschen, die mit Herz, Zeit und Engagement dazu beitragen, dass diese besondere Gemeinschaft im Alltag gelebt werden kann.

v.l.n.r.: Sabine (Mitbewohnerin), Hans Dordel (Hauswart), Wills (Mitbewohner), Ingrid Dordel (Hauswartin)

31. Juli 2026 | Fotos: Christian Buck