Edith Retzbach sitzt am Tisch und lächelt in die Kamera

Bei unseren Mietern zuhause

Edith Retzbach ist seit 70 Jahren bei der GGH zuhause und fühlt sich in ihrer Wohnung in der Hermann-Treiber-Straße in Wieblingen Ost rundum wohl. Bei unserem Besuch erzählt die 89-Jährige aus ihrem Leben, von ihrer Familie und ihrem Alltag.

Kurz nach ihrer Heirat 1954 zog Edith Retzbach bei der Familie ihres Mannes in der Oberfeldstraße ein. „Wir hatten damals keine Aussicht auf eine eigene Wohnung. Daher haben meine Schwiegereltern uns eingeladen, bei ihnen zu leben“, erinnert sie sich. Auch die Wohnung in der Oberfeldstraße gehörte der GGH und befand sich im Quartier Wieblingen Ost, das damals noch Blaue Heimat hieß.

GGH‑Mieterin Edith Retzbach sitzt auf dem Balkon und schaut lächelnd in die Kamera

Edith Retzbach ist seit 70 Jahren zufriedene Mieterin bei der GGH.

Große Familie auf kleinem Raum

Als kurz nach dem Einzug die älteste Tochter geboren wurde, teilten sich vier Erwachsene und ein Baby die Dreizimmerwohnung. „Wir hatten kein Bad, lediglich ein Waschbecken in der Küche“, erzählt Edith Retzbach und lacht. „Aber die Wohnung war sehr modern für die Zeit. Es gab eine Wohnküche und eine Kochküche, die durch einen Vorhang abgetrennt waren“, erzählt sie. Als die zweite Tochter 1961 zur Welt kam, ließ ihr Mann ein Bad einrichten und die Loggia zu einem weiteren Zimmer ausbauen. Die Familie wuchs weiter und blieb in der Wohnung, auch wegen der Nachbarschaft. „Es gab damals viele Kinder in der Oberfeldstraße. Sie sind miteinander aufgewachsen. Alle haben sich gekannt. Es war eine schöne Zeit", berichtet die GGH-Mieterin.

„Es gab damals viele Kinder in der Oberfeldstraße. Sie sind miteinander aufgewachsen. Alle haben sich gekannt. Es war eine schöne Zeit.”

Edith Retzbach, seit 70 Jahren Mieterin bei der GGH

Porträt Edith Retzbach auf dem Balkon, Großaufnahme | © Christian Buck
Umzug im Quartier

Nachdem ihre drei Kinder ausgezogen waren und die Schwiegereltern sowie ihr Mann verstarben, blieb Edith Retzbach in der Oberfeldstraße wohnen. Erst als das Quartier ab 2008 revitalisiert und das Haus mit ihrer Wohnung abgerissen wurde, zog sie 2010 innerhalb der GGH um. „Eigentlich wollte ich damals eine Neubauwohnung haben,“ erzählt sie. „Aber die Altbauwohnung in der Hermann-Treiber-Straße hat mir gleich gefallen. Sie ist hell und groß genug für mich.“

Einsam fühlt sich Edith Retzbach keineswegs. Sie kennt alle Nachbarn im Haus. Ihre drei Kinder, fünf Enkel und zwei Urenkel kommen regelmäßig zu Besuch und helfen ihr beim Putzen und im Haushalt. „Heute nimmt ja kein Mensch mehr einen Besen in die Hand, um das Treppenhaus zu reinigen.“ Ihr sei Sauberkeit jedoch wichtig, so Edith Retzbach. Die Wohnung ist aufgeräumt und blitzsauber. Jeden Vormittag dreht sie ihre Runden im großen, baumbestandenen Innenhof des GGH-Quartiers, geht zur Physiotherapie und erledigt zu Fuß ihre Einkäufe. Gekocht wird auch noch jeden Tag. „Ich habe meinen Rhythmus, den halte ich eisern ein“, lautet ihr Rezept, um im Alter fit zu bleiben.

Wir bedanken uns herzlich bei Edith Retzbach für ihre Treue und wünschen ihr weiterhin alles Gute!

14. April 2025 | Fotos: Christian Buck