Der Konzern in Zahlen

Hospital-Quartier: Nachhaltiges Wohnen für die Mitte der Gesellschaft

Mit dem Hospital-Quartier entwickelt die GGH auf dem ehemaligen Kon­ver­sions­gelände „Hospital“ in Heidelberg ein zukunftsweisendes Stadtquartier, das soziale Verantwortung, Klimaschutz und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander verbindet.

Auf rund zehn Hektar entsteht ein vielfältiges Wohnquartier mit insgesamt rund 600 Wohnungen in unterschiedlichen Typologien und Preissegmenten. Bereits Ende 2025 stellte die GGH nach nur zwei Jahren Bauzeit die ersten 191 eigenen Wohnungen fertig. Darüber hinaus baute die GGH eine Quartiershochgarage als Bestandteil des nachhaltigen Gesamtkonzepts. Bis 2027 entstehen weitere 60 Wohnungen und Gewerbe­flächen, die die letzte Baulücke im Quartier schließen.

Gemeinsam mit fünf Heidelberger Bauträgern gründete die GGH die Arbeitsgemeinschaft Hospital (ARGE Hospital) und schuf mit einem integrierten Mobilitäts-, Energie- und Wohnzielgruppenkonzept die Grundlage für ein sozial ausgewogenes und klimabewusstes Quartier. Rund 50 Prozent der Wohnungen werden einkommensabhängig vergeben und leisten somit einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit auf dem Wohnungsmarkt.

Wirtschaftlichkeit und tragbare Kosten

Für 40 Prozent der insgesamt rund 600 Wohnungen ist die Bruttowarmmiete auf maximal 30 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens begrenzt. Ermöglicht wird dies durch die Kombination aus Landeswohnraumfördermittel und einer einkommensorientierter Zusatzförderung durch die Stadt Heidelberg. 

Weitere zehn Prozent der Wohnungen richten sich gezielt als preis­vergünstigter Wohnraum an sogenannte Schwellen­haushalte. Kompakte Grundrisse und kos­tenoptimierte Effizienzstandards tragen dazu bei, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu sichern, ohne qualitative Abstriche bei Architektur oder Wohnqualität zu machen.

Die vier L-förmigen Gebäudeensemble sind mit modernen PV-Anlagen versehen.

Architektur und Baukultur

Die Architektur des Quartiers orientiert sich am Leitbild der gewachsenen europäischen Stadt. Kleinteilige Parzellen, differenziert gestaltete Baukörper und individuell entwickelte Fassaden verleihen dem Quartier eine eigenständige Identität und ein lebendiges Erscheinungsbild. Die vier- bis fünfgeschossigen Gebäude schaffen eine ausgewogene städtebauliche Dichte und fügen sich zugleich harmonisch in die Umgebung ein. Unterschiedliche Fassadengestaltungen und architektonische Details sorgen für Vielfalt und Wiedererkennbarkeit innerhalb des Quartiers.

Die 19 Häuser der GGH gruppieren sich um begrünte, autofreie Innenhöfe und schaffen geschützte Räume für Begegnung, Spiel und Aufenthalt. Direkt angrenzend entsteht mit rund 7.000 Quadratmetern der neue Hospital-Park, ein zentraler Treffpunkt für die Nachbarschaft. Naturnahe Spielbereiche, Freizeit- und Bewegungsangebote sowie Wasserflächen erhöhen die Aufenthaltsqualität und stärken gleichzeitig die Klimaanpassung im Quartier. 

„Das Hospital-Quartier steht für ein modernes Verständnis von bezahlbarem Wohnen.”

Peter Bresinski, Geschäftsführer GGH und BSG

Peter Bresinski, Geschäftsführer GGH und BSG

Energieeffizienz und Klimaschutz

Das Quartier setzt konsequent auf nachhaltige Energie- und Mobilitäts­lösungen. EH-55-Neubauten, Photovoltaikanlagen, die Nutzung von Fernwärme sowie eine zukunftsfähige Lade­infrastruktur ermöglichen eine deutliche CO2-Reduktion auf Quartiersebene. Die Entscheidung für eine Quartiershochgarage anstelle einer Tiefgarage reduziert graue Emissionen erheblich und eröffnet langfristige Umnutzungspotenziale. Mit einem Stellplatzschlüssel von 0,7 und einem weitgehend autofreien Konzept setzt das Hospital-Quartier zudem ein klares Zeichen für nachhal­tige Mobilität und lebenswerte Stadträume.

Die Gestaltung der Freiräume spielte bei der Planung des Quartiers eine große Rolle: parkähnliche, begrünte Innenhöfe als Treffpunkt für die Nachbarn sowie ausreichende Spielmöglichkeiten für Kinder sind entstanden – und sorgen langfristig für eine Verbesserung der Temperatur und der Luft.

Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau (NAWOH)

Mit dem Bauvorhaben hat die GGH einen weiteren Meilenstein im nachhaltigen Bauen erreicht. Das Projekt wurde mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau (QNG) ausgezeichnet und erfüllt damit hohe Anforderungen an Umweltverträglichkeit, Ressourcenschonung und Zukunftsfähigkeit. Die Planung erfolgte durch DA. DEGELO ARCHITEKTEN BSA SIA AG (Basel), die Nachhaltigkeitskoordination übernahm Dipl.-Ing. Architektin Jasmin Lill von der Kremeier Partner Ingenieure GmbH (München). Die Auszeichnung unterstreicht den Anspruch der GGH, qualitätsvollen und nach­hal­tigen Wohnraum für Heidelberg zu schaffen.

Neu geschaffener Parkraum

Um den Bewohnern ausreichend Parkraum zur Verfügung zu stellen, wurde zusätzlich eine neue Hochgarage gebaut, in der rund 226 Pkw-Stellplätze zur Verfügung stehen. Sechs der Pkw-Stellplätze sind mit E-Ladesäulen ausgerüstet. Für den Rad­verkehr sind im Außenbereich 46 überdachte Fahrradstellplätze vorgesehen.

Die Fassaden sind mit rund 148 PV-Modulen für die Erzeugung von erneuerbarem Solarstrom ausgestattet. Eine teilweise Fassadenbegrünung sorgt für CO2-Reduktion sowie eine natürliche Kühlung. Dies wirkt sich auch auf das Mikroklima im Quartier positiv aus.

Die mit PV-Modulen versehene Hochgarage bietet neben PKW- und Fahrrad­stellplätzen auch E-Ladesäulen und eine Paketstation.

Konversion in Heidelberg:

Die Entwicklung des Hospital-Quartiers steht beispielhaft für den erfolgreichen Konversionsprozess in Heidelberg. Das Areal im Stadtteil Rohrbach blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Ursprünglich wurde die Fläche in den 1930er-Jahren als Nachrichtenkaserne der Wehrmacht errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen US-Streitkräfte das Gelände und bauten es zu einem Militärkrankenhaus für Soldatinnen und Soldaten sowie deren Familien aus. Über Jahrzehnte prägte das sogenannte „US Hospital“ den Standort.

Mit dem Abzug der US Army im Jahr 2013 wurde das Areal im Rahmen der Heidelberger Konversion in ein modernes, urbanes Wohnquartier umgewandelt. Dabei wurden große Teile der Bestandsgebäude zurückgebaut, während ausgewählte historische Bauwerke, darunter das ehemalige Theater und die Sporthalle, als Zeitzeugen der Geschichte erhalten blieben.

Fotos: GGH/Christian Buck; Thilo Ross